Bei Uli im November

Langweiliger, grauer November! Genauso doof, wie der Februar und außer ein paar interessanten Morden und Corona gibt es nichts zu bereden. Angela nicht mehr Kanzlerin (nicht wirklich) und Olaf noch nicht Kanzler. Meine Chakren scheinen verwelkt, auch draußen werfen die Blumen die letzten Blüten der Eitelkeit ab und die Bäume entledigen sich ihrer Blätterkleidchen, frieren im Novembernebel. Reine Formsache, nichts weiter. Vorgestern fiel lediglich die Heizung aus und beim Stapeln von Brennholz (trotz Novemberrückenschmerzen) fiel mir, so zum Wachwerden, ein Scheit auf den Kopf, sodass ich jetzt wie ein Zombie aussehe, zu spät, Halloween ist vorbei. Auch riss vorgestern der Türrolladen zur Terrasse ab, sodass ich den Kasten aufsägen musste um das schadhafte Stück zu ersetzen. Glück muss der Mensch haben, das Stichsägeblatt machte kurz vor einem Kabel halt, im Rollenkasten hängt ein kleiner Stromverteiler. Da gehört er ja auch hin – von Profis kann man*frau lernen. Beim Einbau der Gurteinrichtung brach natürlich die Feder der Gurtaufwickelrolle, die nun nachbestellt ist, was nachvollziehbar ist, beim Wickeln hatte ich einst auch Terror gemacht. Am Abend ging der Wohnzimmerrollladen nicht mehr zu, weil das Drahtseil der Kurbeleinrichtung im Führungsrohr in der Wand aufgesplisst ist und sich verklemmt hat. Solidarität mit dem Türrolladen – natürlich. Vollstes Verständnis dafür habe ich, das hätte ich als Rollladen auch so gemacht. Als ich mich endlich ins Bett gelegt hatte, um ein wenig zu ruhen, hörte ich ein Poltern unten im Gästezimmer. Ein Ein- oder Ausbrecher? Nein, die Uhr war von der Wand gefallen, weil der Nagel sich gelöst hatte. Also einen Hammer geholt und den Nagel tiefer eingeschlagen. Ja, zur Sicherheit und weil er noch zwanzig Jahre halten soll, also über meine statistische Lebenserwartung hinaus, noch ein ordentlicher Schlag auf den Kopf des Nägelchens, und ein Wasserstrahl aus der Wand pisste mir direkt ins Gesicht. Warmwasserleitung getroffen, die lag, wie bei Profi-Bauten üblich, nur wenige Millimeter hinter der Tapete und der Stahlnagel hatte ein Löchlein ins weiche Kupfer getrieben. Dass dann noch beim Zudrehen des Kreislaufes die Rädelschraube des knirschend schwergängigen Absperrhahnes abbrach –  geschenkt. Soeben alles wieder dicht: Wand aufgestemmt und eine Dichtmanschette montiert.

Nun gelangweilter Blick aus dem Fenster, draußen immer noch grau in grau, grau wie der Zement, mit dem ich das Loch in der Wand zugeschmiert habe. Es ist einfach nichts los im November, nur der Maul hat wieder frisch geworfen, ihm scheint die überirdische Welt schlichtweg egal und da Grabowsky Einzelgänger ist, braucht er auch keinen Freedom Day, es sei denn, er hat da unten eine Grabowskaya. Gruß Uli

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